Silvaner

Die Urheimat des Silvaners läßt sich nicht mehr mit absoluter Sicherheit ergründen. Doch kam er über das heutige Österreich nach Franken. Der Überlieferung nach soll der Zisterzienserabt Alberich Degen vom Steigerwald-Kloster Ebrach 1665 Silvanerreben in der Lage ,,Stein" zu Würzburg gepflanzt haben. In Obereisenheim und Castell sollen bereits 1659 erste Silvanerreben gewachsen sein. 1930 war noch jeder dritte Rebstock in Deutschland ein Silvaner. Einige Jahre wurde es etwas ruhiger um den Silvaner, doch heute ist er wieder der typische Frankenwein. Als solcher zählt er zur Spitze der deutschen Weißweine, wenn man ihm Zeit zur Reife läßt. Weinbaulich neigt die Sorte trotz hoher Fruchtbarkeit in geringeren Lagen zu schwacher Holzreife und fehlender Winterfrosthärte, vor allem nach vorhergehend reichlichen Weinjahren. Da die Nebenknospen kaum fruchtbar sind, kommt es gerade beim Silvaner nach Frostschäden zu relativ großen Ertragsausfällen, was im Laufe der Jahre zu starken Mengenschwankungen führt. Der Silvaner wurde seit 1876 als erste Kuiturrebsorte im deutschen Weinbau zur Steigerung seiner wertvollen teistungseigenschaften züchterisch bearbeitet und verdrängte den gemischten Satz im Anbau. Im spätsommerlichen Weinberg ist der Silvaner gut an seinen runden Blättern, den mittelgroßen dichtgepackten Trauben und verhältnismäßig grünen Beeren zu erkennen. Er liefert in guten Weinjahren reiche Erträge, liegt in der Traubenreife mittel bis spät, aber durchwegs zwei Wochen vor dem Riesling und liefert dann auch hochwertigste Prädikatsweine im Spät- und Auslesebereich. Vor allem Silvaner aus hochwertigen Böden überzeugen durch ein vornehmfeines, verhaltenes Bukett, während körperreiche, vollmundige und charaktervolle Frankenweine mit harmonischer Fruchtsäure für sich werben. Fränkische Silvaner und fränkische Menschen haben das gleiche Wesen: verhalten im Temperament, aber von grundsolider Stetigkeit.

 


Auszug aus Wein&Küche in Franken mit freundlicher Genehmigung des Meininger-Verlag



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