Rebsorten in Franken

Am Anfang eines jeden Weines steht die möglichst reife, gesunde Traube. Ein breites Spektrum an Reb- und Traubensorten führt zur regionalen Vielfalt der Weine. Von der Traubensorte läßt sich häufig auf den Geschmackstyp des Weins schließen. Man kennt zwar heute international etwa 8.000 Arten der vitis vinifera, doch nur ein ganz kleiner Bruchteil eignet sich zur Herstellung von Wein. Hier sind dann auch regionale klimatische Gegebenheiten eines Anbaugebiets Franken unter Einbeziehung der jeweiligen Weinbergsböden maßgebend. Neuere Untersuchungen zeigen, daß der Einfluß der Rebsorte auf den späteren Wein ungleich höher ist als der des Bodens, auf dem die Rebe wächst.

Die geologischen Hauptformationen der Weinbergsböden in Franken sind Muschelkalk im Maintal um Würzburg, Gipskeuper am Steigerwald, Buntsandstein am Main um Miltenberg, Urgestein im Kahl-grund nordwestlich von Aschaffenburg, Lettenkeuper sowie Flugsande an der Volkacher Mainschleife.

52 Rebsorten sind für Franken insgesamt nachgewiesen, wobei ein flächenmäßig bedeutender Anbau die behörduche Zulassung über eine Klassifizierung voraussetzt. Hintergrund ist, den Winzer vor Schaden und den Konsumenten vor einem Sortenwirrwarr zu bewahren, soll doch ein klares Profil Frankens auch im Sortenanbau gesichert werden. Nahezu alle Frankenweine tragen den Namen einer einzigen Rebsorte auf dem Etikett. Damit ist der Inhalt der Weinflasche im wesentlichen einer einzigen Sorte zugehörig. Ausländische Weine sind dagegen zumeist Verschnittweine aus mehreren Traubensorten. Ein Beispiel sind Bordeauxweine, die hohes Ansehen genießen. Bei deutschen Weinen bevorzugt der Verbraucher jedoch sortenreine Weine, bei welchen der sortentypische Geschmack naturgemäß am stärksten hervortritt. Noch im vorigen Jahrhundert wurden die Reben in fränkischen Weinbergen zumeist im ,,gemischten Satz" angebaut. Vor dem neuen Zeitalter des Qualitätsweinbaus wuchsen alle möglichen verschiedenen Rebsorten im gleichen Weinberg und wurden auch zusammen geerntet und verarbeitet. Das Ergebnis blieb dann mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Aber auch die Edelreben selbst haben sich im Laufe der Zeit verbessert. Ohne die in Deutschland traditionelle Rebenzüchtung wäre der Weinbau nicht mehr existenzfähig.

Der Wunsch nach besseren, haltbaren und schmackhafteren Weinen erforderte das Züchten leistungsfähiger erstklassiger Rebsorten, die widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sind und gesicherte Erträge unter reduziertem Aufwand erbringen. Schließlich sollen die Reben den Trauben und damit auch dem späteren Wein wertvolle Inhaltsstoffe in ausgewogener Form zuführen, damit eine harmonische Weinqualität erzielt wird. Der Pfropfrebenanbau stoppte in den letzten Jahrzehnten das Vordringen des gefürchteten tierischen Schädlings, der Reblaus. Reblausfeste Unterlagsreben, die selbst keine Früchte tragen, sind längst Standard in Franken. Gepfropfte Reben leisten mehr als wurzelechte. Die Spitzenweine Frankens kommen heute von veredelten Reben.

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Bacchus Domina Kerner
Müller-Thurgau Ortega Portugieser
Rieslaner Riesling Scheurebe
Silvaner Spätburgunder Traminer


Auszug aus Das neue Buch vom Frankenwein mit freundlicher Genehmigung des Echter-Verlag