Wein und Gesundheit

Lieber Weinfreund,

 

auf dieser Seite finden Sie sehr interessante Erkenntnisse über die Beziehung zwischen Wein und Gesundheit. Da wir der Meinung sind, daß es der Deutschen Weinakademie GmbH hervorragend gelungen ist, dieses Thema in Ihrer Broschüre "Gesund mit Wein" zu bearbeiten, haben wir die Informationen, die Sie auf dieser Seite finden aus dieser Broschüre entnommen.


Ein Herzliches Dankeschön an die Deutsche Weinakademie GmbH, die uns hierfür die Erlaubnis erteilte.


Wenn Sie nur ein bestimmtes Thema interessiert, können Sie dieses aus der folgenden Übersicht auswählen.

 

 

  

Mögliche positive Wirkungen eines mäßigen Weinkonsums auf den gesamten Organismus

nach Prof. Dr. Jung

 

Verdauungsorgane: Reflektorische Speichel-, Saft- und Fermentabsonderung; Appetitanregung; Erhöhung der Magen-Darm-Motorik; Durchblutungsförderung


Herz-Kreislauf-System: Herabsetzung der Plättchenaggregation; Verringerung der Thromboseneigung; Ökonomisierung der Herzarbeit; Herabsetzung des Sauerstoffbedarfs; Erhöhung des "guten" herzschützenden HDL-Cholesterins; Herabsetzung des "schlechten" LDL-Cholesterins; Durchblutungsförderung


Atmung: Erhöhung von Atemzugvolumen; Blutzirkulation; Steigerung der lmmunabwehr


Bewegungsapparat: Anstieg der Knochendichte; Anregung des Calcium-Stoffwechsels; Subjektive Zunahme der Muskelleistung; Durchblutungsförderung


Haut: Anregung des Stoffwechsels; lokale Entzündungshemmung; Förderung der Wundheilung; adstringierende/ blutstillende/bakterienhemmende/bakterientötende/wundreinigende/vernarbende Wirkung


Hormonsystem: Anregung von Schilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse, Geschlechtsdrüsen; Erhöhung der Widerstandskraft (Infekte, Rheuma, Streß); Zunahme der allgemeinen Arbeitskapazität


Ableitende Harnwege/Niere: Steigerung des Harnflusses; Zunahme der Ausscheidung mit dem Urin; Durchblutungsförderung


Immunsystem: Erhöhung der Entgiftungsfunktion (Bakterien, Viren); Herabsetzung der Lebensfähigkeit von Mikroorganismen


Nervensystem: Vorbeugung des altersbedingten Abbaus von Gehirnfunktionen; Erhöhung der geistigen Frische; Herabsetzung des Alterungsprozesses; Erhöhung der geistigen Leistungsfähigkeit; Zunahme des intellektuellen Leistungsausstoßes; Kreativitäts-/Phantasie-Zunahme; Euphorisierung; Zunahme der Hirndurchblutung; Zunahme der Sauerstoftversorgung




Wein als Nährstofflieferant


Wein besteht zu 80-85% aus Wasser und zu 15-20% aus unterschiedlichen lnhaltsstoffen. Deren Zusammensetzung und Anteile hängen von den Traubensorten, vom Reifegrad der Trauben, dem Jahrgang, der Bodenart, der Düngung, den Klimafaktoren und der Art der Weinbereitung ab.


Gesundheitliche Relevanz haben neben dem Alkohol vor allem der Zuckergehalt, die Säuren und die Aramastoffe. Schließlich spielen die Mikronährstoffe und Phenole eine besondere Rolle hinsichtlich der gesundheitlichen Bedeutung des Rebensaftes.

 

Bei einigen lebenswichtigen Mineralien und Spurenelementen wie Kalium und Magnesium sowie für Eisen, Kupfer und Mangan kann Wein in beachtlichem Maß zur Abdeckung des Bedarfes beitragen. Mit einem 1/4 Liter Weißwein wird ca. 12%der wünschenswerten Tageszufuhr von Kalium, ca. 10% von Magnesium, ca. 10% von Eisen und 10% bzw. 20% für Mangan und Kupfer erreicht. Die gleiche Weißweinmenge liefert ca. 17% der täglichen Versorgung an Vitamin C und 7% des wichtigen Nervenvitamins B6.


Der Gehalt von "Mikronährstoffen", also Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen macht Wein zu einem gesunden Genußmittel. Von den Vitaminen sind im Wein allerdings nur einige aus der Gruppe der B-Vitamine sowie das Vitamin C in interessanter Menge enthalten. Bei den Mineralstoffen spielen für die tägliche Bedarfsdeckung insbesondere Kalium und Magnesium eine Rolle.




Auf die Phenole kommt es an

 

Bei der Gewinnung des Weins werden die Phenole (Organische Verbindungen, zu denen auch die Gerb- und Farbstoffe gehören) aus der Beere herausgelöst. Wieviel, das hängt stark vom Reifegrad und von der Methode der Weinherstellung ab. Der Gehalt an Phenolverbindungen liegt in Rotweinen zwischen 500 und 4000 mg/l. In Weißweinen schwankt der Wert zwischen 150 und 400 mg/l, wobei die Weißweinphenole als höher wirksam gelten. Die Phenolverbindungen machen während des Weinausbaus verschiedene chemische Reaktionen durch und beeinflussen damit das Aussehen, dasAroma, den Körper, die Struktur sowie die Nachhaltigkeit, die Adstringens und nicht zuletzt den Geschmack des Weins.

 

Bisher sind bezüglich der gesundheitlichen Effekte die Phenolverbindungen, "Quercetin", "Katechin", "Epicatechin" und "Resveratrol" am besten erforscht. Sie zeigen eine Reihe von pharmakologisch interessanten Wirkungen.

 

1. Senkung der Thromboseneigung

 

2. Anhebung des "guten" HDL und Senkung des "bösen" LDL-Cholesterins

 

3. Antioxidative Wirkung (Hemmung der LDLCholesterinoxidation)

 

4. Gefäßentspannung und Gefäßerweiterung

 

Wein enthält mehr Phenole als Obst- und Gemüsesäfte in einem besonders reichhaltigen Spektrum. Der Alkohol im Wein fördert die Aufnahme dieser Phenole vom Darm ins Blut.


Die wichtigste Bedeutung der Phenole für die Gesundheit liegt in ihrer Wirkung als hocheffektive Antioxidantien. Sie verhindern schädigende Sauerstoffreaktionen, d.h. die Bildung sogenannter ,,freier Radikale" in den Körperzellen. Solche Radikalreaktionen werden für die Entstehung von Krebs und Herzgefäßerkrankungen verantwortlich gemacht. Der gesamte Alterungsprozeß der biologischen Systeme bei Mensch, Tier und Pflanze wird auf sie zurückgeführt. Antioxidantien helfen, diese Prozesse zu verzögern. Die oft geäußerte Meinung, daß nur Rotwein ,,gesund" sei, entbehrt der wissenschaftlichen Grundlage.




Schlank dank Wein


Obwohl Alkohol 7 Kilokalorien pro Gramm enthält, führt er nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu Übergewicht. Diejenigen, die nie Alkohol trinken, sind durchschnittlich häufiger übergewichtig als diejenigen, die regelmäßig aber mäßig trinken,

 

Die physikalisch gemessenen Alkoholkalorien können nicht wie die übrigen Nahrungskalorien in die Energiebilanz einbezogen werden. Sehr hoher Alkoholkonsum bewirkt eine Stoffwechselumstellung, der dazu führt, daß Alkohol keine verwertbaren Kalorien liefert. Offenbar geht aber auch mäßige Alkoholzufuhr nicht gänzlich in die Energiebilanz des Körpers ein. Möglicherweise erhöht Alkohol die Energieumsatzrate so stark, daß der Körper die anderen Kalorien aus der Nahrung dadurch effektiver verbrennen kann.

 

Deutliches Übergewicht ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Aber ,,dick" ist nicht gleich ,,dick". Es kommt auch auf die Verteilung des Fetts an. Besonders für den Typ mit zentralem Fettansatz, schlanke Hüften und darüber ein dicker Bauch (gelegentlich auch als ,,Apfeltyp" bzw. als ,, Bierbauch" bezeichnet), ist ein erhöhtes Risiko nachgewiesen worden.

 

Die wissenschaftliche Auswertung von Trinkgewohnheiten ergab, daß mit steigendem Konsum von Bier und Schnaps der Bauchumfang zu-, dagegen mit steigendem Weinkonsum stetig abnimmt.


Für mäßige Weintrinker ist die Wahrscheinlichkeit, einen dicken Bauch zu bekommen, wesentlich geringer als für die Bier- und Schnaps freunde. Nach Ansicht von Wissenschaftlern sind dafür spezielle ,,schlankmachende" Inhaltstoffe im Wein verantwortlich. Diese gleichen wahrscheinlich den Effekt des Alkohols - nämlich den Fettansatz zu fördern - aus. Am stärksten kommt der Unterschied bei stark Übergewichtigen zum Vorschein. Hier schnitten die Wein trinker mit einem merklich flacheren Bauch weit besser ab als die Schnaps- und Bierliebhaber.




"Halbtrocken" auch für Diabetiker


Diabetiker produzieren zu wenig oder kein Insulin. Dieses Hormon der Bauchspeicheldrüse senkt den Blutzuckerspiegel dadurch, daß es die Aufnahme des wichtigsten Zuckers Glukose in die Körperzellen aktiviert.

 

Bei fehlender oder mangelnder Aktivität des Insulins entwickeln sich gesundheitsschädliche hohe Blutzuckerspiegel. Ernstzunehmende Folgeerkrankungen an Herz, Gefäßen und Nerven sind oft damit verbunden.

 

Der wichtigste diätetische Grundsatz für Diabetiker ist, so wenig Glukose wie möglich zu verzehren, um den Insulinhaushalt nicht übermäßig zu strapazieren. Das gilt natürlich auch für die Getränke.

 

Früher waren dem Diabetiker lediglich trockene Weine bis zu einem Zuckergehalt von 4 g/l erlaubt - und das war nicht jedermanns Geschmack. Seit September 1995 ist nun ein neuer Weintyp ,,für Diabetiker geeignet" in der Weinverordnung zugelassen. Als Maßstab gilt weniger der Gesamtzuckergehalt als der Glukoseanteil, also der Zucker, der dem Diabetiker in erster Linie schadet.

 

Damit sind nun auch Weine bis zu 20 g/l Gesamtzucker als ,,für Diabetiker geeignet" zugelassen, wenn die Glukose unter 4 g /l liegt. Der Alkoholgehalt ist auf 12 Vol% beschränkt, die gesamte schweflige Säure auf 150 mg/l.

 

So gibt es nun ,,halbtrockene" Diabetikerweine. die sogar lieblich schmecken. Denn die diabetikerfreundliche Fruktose, die den Hauptzuckeranteil ausmacht, hat eine deutlich höhere Süßkraft als die Glukose.


Wie entstehen Diabetikerweine?

Im Traubenmost liegen die beiden Zuckerarten Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) im Verhältnis 1:1 vor.  Da die meisten Hefen bei Gärungsbeginn aber bevorzugt Glukose zu Alkohol vergären, verändert sich das Verhältnis im Laufe der "Weinentstehung" zugunsten der Fruktose. Und diese ist für den Diebetiker aufgrund ihrer Insulinneutralität weitgehend ungefährlich. Die Kunst des Kellermeisters liegt darin, die Gärung zu zügeln und im richtigen Moment z.B. durch Kühlung zum Abschluß zu bringen. Mit Hilfe der langsamen Gärung und dem natürlichen Gärstillstand entstehen äußerst elegante bukettreiche Weine mit vielen Aromastoffen, die auch für Nicht-Diabetiker eine Besonderheit sind.




Moderater Genuß zahlt sich aus


Die Frage der Dosierung ist fürdie Thematik "Wein und Gesundheit" von zentraler Bedeutung, Unumstritten ist nur die Empfehlung eines mäßigen Weinkonsums, da auch der Weinalkohol ab einer gewissen Dosis gefährlich wird.

 

Ein Wein mit 12,5 Vol% (Volumenprozent) enthält genau 100 Gramm reinen Alkohol pro Liter. Das läßt sich gedanklich gut umsetzen: eine 0,7 Flasche liefert entsprechend 70 Gramm und ein Glas mit 0,1 Liter Inhalt folglich 10 Gramm.

 

Im allgemeinen ist der Alkoholgehalt im Wein aber etwas niedriger. Deutscher Wein z.B. liegt im Durchschnitt bei 10 Vol%, also bei 80 Gramm Alkohol pro Liter. Ausländische Weine liegen im Schnitt bei ungefähr 11,5 Volumenprozent.

 

Wer gerne Wein trinkt, aber die Alkoholaufnahme möglichst niedrig halten will, sollte die Konsequenz ziehen und leichte Weine bevorzugen: In einem 0,2 Liter-Glas eines leichten deutschen Kabinett-Weines mit 10 Vol% sind 16 Gramm Alkohol enthalten. Bei einem schweren Tropfen mit 13 Vol% sind es schon 21 Gramm. Und der Unterschied wächst proportional von Glas zu Glas.

 

Internationale Expertengremien geben an, daß eine tägliche Aufnahme von bis zu 24 g Alkohol für eine gesunde Frau und bis zu 32 g für einen gesunden Mann als vertretbare Dosis gelten kann.

 

Bei dieser moderaten Menge sind keine gesundheitlichen Nachteile, sondern ausschließlich Vorteile für die meisten Erwachsenen (abgesehen von Gegenanzeigen bei bestimmten Krankheitsbildern) zu erwarten, besonders mit steigendem Alter ab dem 40. Lebensjahr. Eine Frau kann somit genau 0,3 Liter, ein Mann 0,4 Liter eines typischen deutschen Weins am Tag ohne Bedenken genießen.

 

Empfehlenswert und durchaus sinnvoll ist, dieses Quantum nach getaner Arbeit zum Abendessen zu genießen. Neben dem Genußwert unterstützt Wein die Verdauung und fördert die Bekömmlichkeit eines Essens.


Eine praxisnahe Empfehlung:

Ein Paar bestellt gemeinsam eine Flasche deutschen Wein (0,75 Liter) zum Essen. Der Mann trinkt meist mehr als die Frau, und so ergibt sich die natürliche, empfehlenswerte Verteilung der Anteile üblicherweise automatisch. Die sinnvolle Dosis beläuft sich also auf 1 bis 2 Gläser für die Frau und 2 bis 3 Gläser für den Mann. Übrigens: Diese Empfehlung ist nicht ,,hausgemacht". Englische und amerikanische Gesundheitsbehörden haben vergleichbare Richtlinien aufgestellt. Doch Vorsicht, viel hilft nicht auch viel. Wer durchschnittlich mehr trinkt, muß mit einem Anstieg von Gesundheitsrisiken rechnen.




Kurerfolg mit Wein


Die bekannten Wirkungen von Wein wurden schon sehr früh durch Zusetzen von Pflanzen verstärkt. Die lnhaltsstoffe lösten sich im Wein, wurden stabilisiert, konserviert, im Geschmack verbessert und schneller resorbiert.

 

Im griechischen Kos praktizierte Hippokrates (ca. 460 - 377 v. Chr.). Er nutzte Weine ohne Arzneimittelzusätze zur Kräftigung von Rekonvaleszenten, als Beruhigungs- und Schlafmittel, bei Kopfweh und Verstimmungszuständen in sehr hoher Dosis als narkotisches Analgetikum bei lschiasschmerzen, weiterhin bei Herz-Kreislauf-Störungen und sogar bei Augenkrankheiten, bei Völlegefühl sowie bakteriellen und toxisch bedingten Darmerkrankungen, als harntreibendes Mittel und als Antiseptikum in der Wundbehandlung.

 

Als Indikationen für Anwendung von Wein nennt Hero: Augenentzündungen, Ohnmacht, cholerische Zustände, Hunger und Vergiftungen (Wein als Antidot).

 

Friedrich Hoffmann (1660 - 1742), berühmter Chemiker und Mediziner, erster Professor an der neugegründeten Universität Halle und Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich I., stellte ein richtungsweisendes System der Arzneien nach Eigenschaften, ihrer Zusammensetzung und Wirkungsweise auf. Von seinen Medikamenten haben sich die Hoffmannstropfen (1 Teil Äther, 3 Teile Alkohol) bis heute gehalten.

 

Den von ihm chemisch analysierte "Sauer-Brunnen" setzte er für Trinkkuren und warme Heilbäder ein. Da Hoffmann auch große Erfahrungen mit Wein als Arznei hatte, erfand er in Anlehnung an die Brunnenkur die "Wein-Cur", bei der er allerdings die von ihm empfohlene mäßige Dosierung des Weines weit überschritt. Hoffmanns vielfältige Therapievorschläge sind nur noch als Anregungen in der Praxis vorhanden; die gezielte, tägliche Verabreichung von Wein hat sich allerdings in dem Behandlungsplan der Schroth-Kur erhalten. Die Traubenkur, bereits im Altertum empfohlen, wurde in Meran wiederentdeckt, kam aber im letzten Jahrhundert auch in deutschen Bädern in Mode.

 

In den Kurorten wird heutzutage ausgehend von ärztlicher Betreuung über Behandlungen und Anwendungen bis hin zur Infrastruktur alles erdenklich Mögliche getan, um Nützliches mit Angenehmen zu verbinden, um einen maximalen Kureffekt zu erzielen. Hierzu gehört auch der Wein, der ergänzend therapeutisch eingesetzt werden sollte, sofern Alkohol aufgrund des Krankheitsbildes nicht verboten ist.


Bereits in frühester Zeit wurden in allen bekannten Kulturen Wasser und Wein therapeutisch genutzt. Germanen und Kelten badeten in Mineralquellen und Thermen, die ihnen als heilig galten. Die Römer, an eine hochentwickelte Badekultur gewöhnt, übernahmen im unwirtlichen Norden diese natürlichen Vorkommen. In verschiedenen Kulturen des Altertums wurden bereits Zusammenhänge von Wein und Gesundheit erkennt. Das zeigen die medizinisch-pharmazeutische Verwendung von Wein und die anekdotische Darstellung dieser Erkenntnisse in der Mythologie und der antiken Literatur. Die Schutzwirkungen des Weines bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nachgewiesen. Er dient weiterhin der Entspannung, hat positive Effekte aut den Magen-Darm-Trakt und steigert subjektiv das Wohlbefinden.




 

Wein vitalisiert und entspannt


Im Wein finden sich zwei Wirkstoffklassen, die sich günstig auf Blut und Kreislauf auswirken: der Alkohol und die verschiedenen Phenole.

 

Alkohol verbessert z.B. Cholesterinwerte im Blut, indem er das HDL-Cholesterin anhebt und das LDL-Cholesterin senkt. Außerdem reduziert er die Thromboseneigung durch Hemmung der Verklumpung der Blutplättchen. Der Alkohol im Wein senkt die Konzentration an Fibrinogen, den Faserstoffen, die zur Bildung der Blutpfropfen beitragen. Alkohol fördert die sogenannte Fibrinolyse, die Auflösung einmal gebildeter Blutgerinnsel.

 

Weiterhin wirkt Alkohol gefäßentspannend - ebenfalls positiv für Herz und Kreislauf. Er fördert den Blutfluß im Herzen und vermindert bei mäßigem Genuß den Blutdruck. Schließlich hilft Alkohol, die Insulinkonzentration im Blut niedrig und bei Frauen die Oestrogenkonzentration hoch zu halten. Auch das sind Aspekte, die mit einem niedrigeren Herzrisiko in Verbindung gebracht werden.

 

Zusätzlich wirken die Phenole im Wein: sie senken ebenfalls die Neigung zu Thrombasen. Sie heben ebenfalls das HDL- und senken das LDL-Cholesterin. Sie sind exzellente Hemmstoffe gegen eine LDL-Cholesterinoxidation und außerdem wirken sie gefäßerweiternd und gefäßentspannend, senken damit den Blutdruck und beugen Gefäßverkrampfungen unter Streß vor.

 

Doch bei übermäßigem Genuß droht auch Gefahr. Wer täglich mehr als 60 g Alkohol (ca. 0,6 - 0,7 Liter Wein) zu sich zu nimmt, der hat im Durchschnitt wiederum ein erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko, höher als die Abstinenzler und natürlich höher als moderate Genießer.

 

Bei Mißbrauch kann sich also die Wirkung umkehren. Eine zu hohe Alkoholzufuhr hemmt die Gerinnung des Blutes. Spontan auftretende Blutungen an einem geplatzten Äderchen im Gehirn kommen nicht zum Stillstand und damit steigt das Risiko für Hirnschlag.


Vor allem der Alkohol und die Phenole wirken günstig auf Blut, Kreislauf und Herz. Beide lnhaltsstoffe ergänzen und verstärken sich in ihrer Wirkungsweise. Der Konsum von Wein senkt das Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Durch Verbesserung der Gerinnungs- und Fließeigenschaften des Blutes vermindert Wein außerdem das Thromboserisiko. Dies erklärt u.a. die schützende Wirkung vor Herzinfarkt. In den Mittelmeerländern findet man deutlich mehr klassische Risikofaktoren für Herzinfarkt (Rauchen, Cholesterin-aufnahme) - und dennoch sterben Franzosen und Italiener viel seltener daran. Dieses Phänomen hat unter dem Stichwort ,,french paradox" Eingang in die wissenschaffliche Literatur gefunden. Es kann davon ausgegangen werden, daß die reduzierte Herzinfarktsterblichkeit auch über den dort üblichen erhöhten Weinkonsum zu erklären ist.




Wein senkt das Infarktrisiko


Zur Auslösung eines Herzinfarkts müssen normalerweise zwei unterschiedliche Vorgänge zusammentreffen. Eine Gefäßverengung im Herzen und ein Blutgerinnsel, das darin hängen bleibt und den Blutfluß unterbricht. Der Herzmuskel wird dann in einem Bereich nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Ohne Sauerstoff kann er nicht arbeiten. Es kommt zum Infarkt.

 

Es gilt heute als gesichert, daß moderater Weinkonsum zu einem deutlich reduzierten Herzinfarktrisiko führt. Das haben zahlreiche wissenschaftliche Studien überzeugend belegt. Schon lange ist bekannt, daß in den Ländern mit dem höchsten Weinkonsum die niedrigsten Herzinfarktraten zu finden sind. Inzwischen konnte man diese Erkenntnis zusätzlich in vielen genau kontrollierten Langzeit-Beobachtungsstudien bestätigen.

 

Am beeindruckendsten zeigt dies eine Studie aus Dänemark: über einen Zeitraum von zwölf Jahren wurden mehr als 13.000 Frauen und Männer im Altersbereich von 30 bis 79 Jahren aus Kopenhagen hinsichtlich des Einflusses von Alkoholkonsum auf ihre Gesundheit untersucht.

 

Das Ergebnis: Wer nie Wein trank, hatte ein doppelt erhöhtes Risiko, vorzeitig durch Herzinfarkt zu sterben, als diejenigen, die täglich Wein konsumierten. Bei einer Tagesdosis von ungefähr 0,4 -0,6 Liter Wein war im Vergleich zu Weinabstinenz die Herzinfarktrate sogar um fast 60% geringer. Bier senkte das Risiko um 28%, Schnaps dagegen erhöhte es eindeutig. Danach scheint der Art des alkoholischen Getränks eine bedeutsame Rolle zuzukommen.

 

Wein wirkt direkt gegen einige entscheidende Risikofaktoren, die für die Entstehung von Herzinfarkt mitverantwortlich sind. Diese Faktoren nehmen normalerweise mit dem Alter in ihrer Häufigkeit und ihrer Ausprägung von Jahr zu Jahr zu. Je älter die Menschen sind und je mehr Risikofaktoren für Herzinfarkt vorliegen, desto stärker wirkt sich die vorbeugende Wirkung des Weins aus.


Gerade im höheren Lebensalter sollte man nicht auf das tägliche Glas Wein verzichten. Nicht umsonst sagt ein italienisches Sprichwort: ,,Der Wein ist die Milch der Alten", und wer kennt nicht die Aussage ,,Es gibt mehr alte Winzer als alte Ärzte". Volksweisheiten haben oft einen wahren Kern. In Bezug auf die Wirkungen des Weins wurden derartige Redensarten in jüngster Zeit wissenschaftlich bestätigt. Anfang der 90er Jahre wurde erstmals von angesehenen Wissenschaftlern verkündet, daß mäßiger Konsum von Alkohol das lnfarktrisiko senkt. Die Beweise für diese Aussage mehrten sich in den letzten Jahren, so daß heute kein Wissenschaftler daran Zweifel hegt, der sich seriös mit dem Thema befaßt.




Wein verhütet Nierensteinbildung


Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston untersuchten über 45.000 Männer im Alter von 40 bis 75 Jahren über einen Zeitraum von sechs Jahren. In diesem Beobachtungszeitraum traten 753 Fälle von Nierensteinen auf. In dieser Studie wurden neue Erkenntnisse zur Nierensteinprophylaxe gewonnen. Dazu wurde der Einfluß von 21 verschiedenen Getränken auf die Nierensteinbildung untersucht. Neben den Trink- wurden auch die Ernährungsgewohnheiten systematisch berücksichtigt und weitere Einflußfaktoren für Nierensteinbildung wie Alter, die Zufuhr von Calcium, Kalium und tierischem Protein, die Thiazid-Medikation, die geographische Herkunft und der Beruf in die Auswertung einbezogen.

 

Bei schrittweiser Aufnahme von jeweils 240 ml der unterschiedlichen Getränke verändert sich das Risiko der Nierensteinbildung kontinuierlich.

 

Unabhängig von der Trinkmenge wird dies durch zwei Arten von Getränken erhöht; andere wiesen keinen meßbaren Einfluß auf, einige verminderten das Risiko deutlich.

 

Mit Abstand am besten bewährte sich Wein als Nierensteinprophylaxe. Pro 240 ml Weinkonsum sank das Risiko um 39 %, gefolgt vom Bier mit 21 %. von Tee mit 14% und von koffeinfreiem wie auch von normalem Kaffee um jeweils 10 %.

 

Milch, Wasser, Orangensaft sowie alle Cola- und Limonadengetränke zeigten keinen Einfluß. Als signifikante Risikogetränke erwiesen sich dagegen Apfelsaft mit einer Steigerung um 35% pro 240 ml Zufuhr und Grapefruitsaft mit einer Steigerung um 37 %.

 

Patienten mit Nierensteinen wird üblicherweise als vorbeugende Maßnahme empfohlen, viel zu trinken, um damit das Risiko der Steinbildung zu reduzieren. Was, wurde dabei meist dem persönlichen Geschmack überlassen. Möglichst viel in kurzer Zeit war die gängige Devise. Sie muß nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Amerika relativiert werden. Man nimmt an, daß Alkohol ein bestimmtes Hormon (Antidiuretin) hemmt, was eine gesteigerte Harnbildung und damit eine verminderte Harnsäurekonzentration zur Folge hat. Ursächlich bedingt, üben unterschiedliche Getränke unterschiedlich ausgeprägte Schutzeffekte aus. Warum Wein doppelt so gut abschneidet als Bier, konnte nicht geklärt werden.




Bessere Verdauung durch Wein


Gerade ältere Menschen, die häufig über zu wenig Magensäure klagen, berichten von der wohltuenden Wirkung des Weins,

 

Vor allem Weißwein kann Bakterien, die für Magen-Darm-Infektionen bzw. Durchfall verantwortlich sind, sehr effektiv abtöten. Selbst die Salzsäure des Magensafts zeigt nicht eine so starke desinfizierende Wirkung wie Wein. Wein enthält eine effektive Kombination an Wirksubstanzen: Säuren, Alkohol und bestimmte "bakterizide" Phenole.

 

Im Magen stimuliert Wein die Produktion von Magensaft und Magensäure. Zusätzlich wird damit die Bildung von eiweißspaltenden Enzymen im Magensaft angeregt. Die Durchblutung der Magenmuskeln wird verstärkt und damit eine stärkere Muskeltätigkeit gefördert. Die positive Folge ist eine verbesserte Durchmischung des Mageninhalts und eine schnellere Magenpassage.

 

Schließlich aktiviert Wein auch noch die Bildung eines Hormones, das seinerseits die Bauchspeicheldrüse und die Leber zur Produktion ihrer Verdauungssäfte im Dünndarm anregt.

 

Merke: Wein zum Essen genossen, kann nicht nur den Genuß steigern, sondern auch die Verdauung fördern sowie vor Magen-Darm-Infektionen schützen.


Schon bei den alten Griechen und Römern war es üblich, und ihre Nachfahren halten sich immer noch daran: Zum Essen trinkt man am besten Wein. Nicht nur, daß Wein den Genuß der Speisen hebt, er fördert auch deren Bekömmlichkeit. Der Genuß eines säurebetonten Weiß-weins ergänzt die natürliche Magensekretion. Er bremst nicht die Magensäureproduktion, sondern fördert sie. Durch den relativ niedrigen Alkoholgehalt des Weins wird die Mogenschleimhaut und ihr Schutz-mantel gegen die Säure nicht angegriffen.




Wein regt an und baut auf


,,Wein macht das Gehirn sinnig, schnell und erfinderisch, voll von lebenden, feurigen und ergötzlichen Gedanken" schrieb William Shakespeare.

 

Die Hirnforschung kann das inzwischen belegen: Alkohol wirkt in geringen Dosen aktivierend auf das Nervensystem. Wein erweitert die Blutgefäße und regt damit die Hirndurchblutung an, womit wiederum die Sauerstoffversorgung der Hirnzellen verbessert wird. Eine geringe Alkoholdosis kann das Kurzzeitgedächtnis sogar schärfen und die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen. Durch regelmäßiges, aber mäßiges Trinken von Wein kann dem altersbedingten Abbau der Gehirnleistung vorgebeugt werden.

 

Zu hohe Alkoholzufuhr dagegen dämpft das Nervensystem. Mit steigender Dosis läßt die Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit merklich nach. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,0 Promille ist das Reaktions und somit auch das Fahrvermögen für die meisten Menschen eingeschränkt. ,,Kein Alkohol am Steuer" heißt die vernünftige Parole.

 

Chronischer Alkoholmißbrauch kann zu psychischer Abhängigkeit und zu massiven Störungen des Nervensystems führen. In moderaten Mengen genossen ist Wein dagegen Balsam für die Seele. Bereits nach einem Glas lösen sich Spannungen, das Wohlbefinden steigt, man wird gelassener. Zum Abendessen genossen, fördert es den Schlaf.


Der Alkohol im Wein erhöht die Konzentration von Serotonin, einer Substanz im Zentralen Nervensystem, die Gedächtnis, Appetit, Impulsivität, Angst, Stimmung und das Lebensgefühl steuert. Wird wenig Serotonin gebildet. fällt die Stimmung merklich. Depressive Menschen weisen häufig einen niedrigen Serotoninspiegel im Gehirn auf. Viele moderne Psychopharmaka beeinflussen deshalb den Serotoninstoffwechsel. Erfahrene Mediziner empfehlen ihren ,,gestreßten" Patienten Wein. Das Nationale Institut für Alkoholmißbrauch und Alkoholismus in den USA hat den wissenschaftlichen Kenntnisstand im Jahre 1992 zusammengefaßt: "Eine niedrige Dosis Alkohol kann Streß abbauen, das Selbstwertgefühl und allgemeine Wohlbefinden fördern, Anspannung und Unsicherheit abbauen."




Wein und Sexualität


Das gesamte Hormonsystem, und da sind die Sexualdrüsen nicht ausgenommen, wird durch Weinkonsum beeinflußt.
Die Schilddrüse wird stimuliert, die Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, natürlich auch die Sexualorgane. Bei geringem Weinkonsum wird die Libido angeregt.


Es ist bekannt, daß Alkohol die Oestrogenproduktion und Wirkung verstärkt. Dies ist ein Effekt, der sich für Frauen im Klimakterium (Wechseljahre) positiv auswirken kann. Der in der Menopause zurückgehende Oestrogenspiegel erhöht das Risiko einer Osteoporose. Mäßiger Weinkonsum hebt den Oestrogenspiegel und trägt zumindest zu einer Normalisierung bei.

 

Bedenken, daß Weinkonsum beim Mann die Samenzellen schädigt, sind unbegründet. Diese Behauptung wird aus einer allgemeinen Unsicherheit verbreitet, ist wissenschaftlich aber nie belegt worden, wie z.B. der negative Einfluß von Stress.


Zunächst gilt Wein nicht von ungefähr als Wegbereiter zwischenmenschlicher Beziehungen: Wein hat einen Einfluß auf die Liebesgefühle, weil er das Gefühl für andere öffnet, helfen kann, Hemmungen abzubauen und so den Weg zur Kontaktaufnahme mit anderen bahnt. Ganz abgesehen, von diesem Aspekt der Sozialisation wirkt Wein aber auch unmittelbar auf das menschliche Hormonsystem. Dabei kann nicht nur die Libido kurzfristig angeregt, sondern auch in ganzen Lebensphasen der Hormonhaushalt positiv beeinflußt werden.