Einige Anmerkungen zum Thema Kork

Ab sofort erhalten Sie auch bei uns einige Weine in Literflaschen, die mit einem Schraubverschluß verschlossen sind. Die Gründe dafür finden Sie hier aufgezeigt.


In den letzten Jahren mußten wir feststellen, daß die Korkqualität rapide absank. Vor allem Flaschen mit "Korkgeschmack" haben sehr stark  zugenommen. Diese Fehler traten bei allen Korklieferanten und bei allen Korkqualitäten auf. Die Ursachen hierfür liegen vor allem darin, daß in den korkproduzierenden Ländern (Portugal, Spanien, Sardinien) versucht wird, die Korkerträge zu steigern. Zum einen indem auch nicht ganz ausgereiftes und abgelagertes Korkholz zur Produktion von Flaschenkorken verwendet wird. Zum anderen indem die Korkeichen gedüngt und bewässert werden um so ein schnelleres Wachstum zu erzielen.


Diese Mißwirtschaft überlastet und schwächt die Bäume und führte dazu, daß ein Großteil der Korkwälder von Schadpilzen befallen ist und etwa 1/3 der Bäume direkt vom Absterben bedroht sind.


Auswege aus dieser Problematik wurden immer wieder gesucht, bis jetzt aber noch nicht gefunden. Alternativverschlüsse (Preßkorken, Kunststoffkorken) sind ebensowenig zufriedenstellend wie neue Korkbehandlungsmethoden. Lediglich der Schraubverschluß zeigte sich absolut geschmacksneutral. Deshalb wird er in jüngster Zeit von immer mehr Winzern verwendet. Denn schließlich ist es unser Wein, den wir mit viel Mühe und Fleiß in Weinberg und Keller erzeugen, der vom Kork beeinträchtigt wird. Halten Sie sich bitte vor Augen, daß wir als Winzer ein Jahr im Weinberg arbeiten um gesunde, reife Trauben zu ernten, aus diesen Trauben wird dann unser Wein um den wir uns ein weiteres halbes Jahr im Keller kümmern müssen. Als Lohn dieser Anstrengung haaben wir dann einen Wein, der auf Flaschen gefüllt 7 - 10 DM kostet. Dieser Wein und damit die darin steckende Arbeit kann dann durch einen Korken der 30 - 40 Pfennige kostet zunichte gemacht werden.


Gegenüber dem Schraubverschluß bestehen allerdings bei vielen Menschen teilweise erhebliche Vorbehalte, die oft auf Unwissenheit beruhen und die hier geklärt werden sollen.


 

1. Schraubverschluß ist billig und wird auch nur für Billigweine verwendet.

 

Es stimmt zwar, daß Schraubverschlüsse billiger sind als Korken, aber die Maschinen, die die Schraubverschlüsse sortiert, auf die Flasche aufsetzt  und anschraubt ist um ein vielfaches teurer als eine Korkmaschine. Diese hohen Anschaffungskosten sind vor allem bei den kleinen Winzern und Weingütern die größte Hürde vor der Einführung des Schraubverschlusses. Schraubverschlüsse werden schon lange als Verschluß für kleine Flaschen verwendet (0,25l). Die Wahl des Verschlusses hängt von den Möglichkeiten des Weinguts bzw. der Kellerei ab. Gerade die billigen Land- und Tafelweine im Supermarkt sind oft mit einem Korken verschlossen.


 

2. Wein muß atmen, um zu reifen, ein Luftaustausch ist jedoch nur bei einem Korken möglich.

 

Beim Verkorken der Flasche wird der Flaschenhals fast vollständig vom Korken ausgefüllt, zwischen Wein und Korken ist nur eine kleine Luftblase eingeschlossen. Beim Schraubverschluß ist jedoch der ganze Flaschenhals mit Luft gefüllt. Dieser Luftvorrat reicht um den Wein reifen zu lassen. Außerdem wird bei den in Literflaschen abgefüllten Weinen viel Wert auf Frische und Eleganz gelegt, Eigenschaften die durch den Schraubverschluß unterstützt werden. Die hochwertigen Weine, die viele Jahre reifen sollen, werden in Bocksbeutel abgefüllt und mit einem Naturkork verschlossen.


 

3. Schraubverschlußflaschen sind Einwegflaschen, können also nicht mehr verwendet werden.

 

Wir nehmen Flaschen mit Gewinde genauso zurück, wie Flaschen für Korken oder Bocksbeutel. Alle Flaschen werden gereinigt und wiederbefüllt. Zum Schutz des Gewindes sollten Sie lediglich darauf achten, daß Sie die Flaschen verschlossen zurückbringen.


 

4. Das Öffnen einer Weinflasche ist ein Ritual, bei dem man  auf das Entkorken und auf den "Plopp" nicht verzichten will.

 

Qualitätsweine in Literflaschen werden überwiegend als Begleiter zum Essen oder in zwangloser, geselliger Runde getrunken. Hier geht es unkompliziert und fröhlich zu, das Suchen nach Korkenziehern und das umständliche Öffnen der Flasche wirkt hierbei oft störend. Die Bocksbeutelweine für den gehobenen Weingenuß werden auch weiterhin verkorkt.

 

Abschließend möchte ich betonen, daß wir den Schraubverschluß deshalb bei einigen Literflaschen einsetzen, weil er bei allen Versuchen und Forschungen als der beste Verschluß abschnitt.

 

Nur der Schraubverschluß gewährleistet, daß Sie unseren Wein so rein und unverfälscht trinken können, wie wir ihn erzeugt haben. Getreu unserem Grundsatz, immer nur das Beste erreichen zu wollen; im Weinberg,  im Keller und auch beim Verschluß.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von Weingut Christoph Steinmann, Sommerhausen